Ein Fußgänger fährt mit einem Rollstuhlnutzer durch die Stadt. Foto von Sebastian Philipp

Gehsteigabsenkungen

Wer es nicht braucht, bemerkt es kaum: Die Gehsteigkanten im Kreuzungsbereich sind beinahe überall abgesenkt. Solche Gehsteigabsenkungen gelten als Synonym barrierefreier Strukturen im öffentlichen Straßenraum.

gehsteigabsenkung

Wozu dienen Gehsteigabsenkungen?

Die Gehsteigabsenkungen sollen gewährleisten, dass Personen, die rollend unterwegs sind, die z. B. ein Rollmobil oder einen Rollstuhl nutzen, die Schwelle zwischen Gehsteig und Fahrbahn gut passieren können. Beim Schieben eines Kinderwagens sind die Gehsteigabsenkungen auch besonders praktisch.

Blinde Personen, die sich mittels Langstock bewegen, können an der Gehsteigabsenkung taktil erkennen, wann sie sich auf dem Gehsteig bzw. auf der Fahrbahn befinden.

3 cm – ein unüberwindbares Hindernis?

Für Personen mit Gehbehinderungen stellen oft bereits die 3 cm eine Barriere  dar. Besonders die zunehmende Nutzung von Rollmobilen (sogenannte Rollatoren) – die auch aufgrund der alternden Gesellschaft zunimmt – stellt die Absenkung auf 3 cm in Frage.

Rollatoren sind so konstruiert, dass man sich sicher abstützen kann. Ein Kippen soll nur schwer oder am besten gar nicht möglich sein. Doch schon 3 cm hohe Kanten können zum Kippen der Gehhilfe führen.

Nullabsenkung

Optimale Barrierefreiheit wäre gewährleistet, wenn es zwischen Gehsteig und Fahrbahn gar keine Kante gäbe. Diese Absenkungen nennt man auch Nullabsenkungen.

Damit blinde oder stark sehbeeinträchtigte Personen den Unterschied zwischen Gehsteig und Fahrbahn ertasten können, braucht es allerdings eine kleine Kante. Deshalb hat man sich auf eine Gehsteigkante von 3 cm geeinigt.