Schulstraße

Der morgendliche Autoverkehr vor Schulen kann zu brenzligen Situationen führen. Die Stadt Wien setzt zahlreiche Maßnahmen, um die Schulwegsicherheit zu erhöhen. Die „Schulstraße” ist eine davon.
An Schultagen gilt 30 Minuten vor Schulbeginn ein Fahrverbot für Kraftfahrzeuge. Zusätzlich zu den Fahrverbot-Schildern, die auf die „Schulstraße“ aufmerksam machen, wird der Straßenabschnitt während des Fahrverbots abgesperrt.

Ziel ist es, das Verkehrsaufkommen vor Schulen und den Eltern-Bringverkehr zu reduzieren. Positiver Nebeneffekt: Kinder kommen vermehrt mit dem Fahrrad, dem Roller oder zu Fuß zur Schule, was gut für ihre Konzentration und für die Gesundheit ist.

Lehrerinnen und Kinder der Volksschule Vereinsgasse machen die AutolenkerInnen auf die Sperre aufmerksam. Foto: Mobilitätsagentur/Christian Fürthner

Erfolgreicher Start für die “Schulstraße” in der Vereinsgasse, 2. Bezirk

Mehr Sicherheit für die Kinder, weniger Eltern-Bringverkehr, Zufriedenheit bei Schule, Eltern und vor allem Kindern: das brachte die Schulstraße in der Vereinsgasse. Vor der Volksschule im zweiten Bezirk gilt seit Herbst letzten Jahres an Schultagen ein temporäres Fahrverbot für Autos und Motorräder.

Ergebnisse Pilotversuch “Schulstraße” im Detail

Die erfolgreiche Maßnahme wird nun ausgeweitet. Ab September 2019 wird es in Wien drei weitere Schulstraßen geben – in der Gilgegasse im neunten, der Fuchsröhrengasse im elften und der Deckergasse im zwölften Bezirk.

Test für Schulstraße am Nachmittag
Vor der Ganztagsvolkschule in der Fuchsröhrengasse in Simmering wird ein temporäres Fahrverbot am Nachmittag getestet. Neben dem Schulbeginn wird auch eine halbe Stunde vor Schulschluss, zwischen 15:30 und 16:00 Uhr, ein Fahrverbot für Kraftfahrzeuge gelten. Die Schulstraße am Nachmittag wird vorerst ein Pilotversuch sein und anschließend evaluiert. Wenn das Nachmittags-Fahrverbot gut funktioniert, wird es in eine Dauermaßnahme umgewandelt.

Wie wird eine Schule zur Schulstraße

Die wichtigsten Informationen und Kriterien für die Umsetzung einer “Schulstraße” haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Was genau ist eine Schulstraße?

  • In der Schulstraße gilt ein temporäres Fahrverbot für 30 Minuten vor Schulbeginn.
  • Das Fahrverbot gilt für alle Kraftfahrzeuge, das Radfahren ist weiterhin möglich.
  • Auch für AnrainerInnen ist das Zu- und Ausfahren verboten.
  • Neben einer Fahrverbotstafel wird eine physische Absperrung, etwa ein Scherengitter, eingerichtet.

Welche Kriterien gelten für die Errichtung einer Schulstraße?

• In Schienenstraßen ist keine Schulstraße möglich.
• Geprüft werden die Bedeutung des Standorts für den Durchzugsverkehr sowie etwaige Verkehrsverlagerungen. Auch während des temporären Fahrverbots müssen die umliegenden Grätzl erreichbar bleiben.
• Öffentliche Verkehrsmittel bzw. Lade-, Diplomaten- oder Behindertenzonen, die im entsprechenden Straßenabschnitt liegen, sind kein Ausschlusskriterium. Ein Bus müsste gegebenenfalls umgeleitet werden.
• Schulstraßen können auch in bereits verkehrsberuhigten Zonen (etwa einer Wohnstraße) umgesetzt werden.
• Die Einrichtung einer Schulstraße geht nicht automatisch mit der Errichtung neuer Kiss & Ride – Zonen einher.

Wie kann eine Schulstraße beantragt werden?

Die Maßnahme kann nur erfolgreich umgesetzt werden, wenn sie von der Schule, dem Elternverein und dem Bezirk unterstützt wird. Die Mobilitätsagentur unterstützt bei der Beratung und Information.
Stimmen Schule und Elternverein über die Maßnahme überein, informieren Sie den Bezirk. Für die Einrichtung einer Schulstraße muss dieser einen Antrag zur Prüfung des Standorts an die zuständige Behörde (MA46) stellen.
Aus der Prüfung können auch andere Ideen, etwa eine Vergrößerung des Schulvorplatzes, als besser geeignete Lösung hervorgehen.

Was passiert nach der Verordnung der Schulstraße?
• Der Bezirk übernimmt die Kosten für das Aufstellen der Fahrverbotstafeln sowie für die physische Absperrung (Scherengitter).
• Die Information der AnrainerInnen und Eltern wird in Zusammenarbeit mit der Mobilitätsagentur organisiert.
Die Mobilitätsagentur unterstützt auch mit pädagogischen Materialien für den Unterricht.
• Die Schule ist verantwortlich für das tägliche Aufstellen, Wegräumen und Verwahren der physischen Absperrung (Scherengitter).

Zur Beratung und Information wenden Sie sich bitte an uns.
E-Mail: office@mobilitaetsagentur.at
Telefon: 01/4000 49900

 

Factsheet zur Schulstraße zum Download

Factsheet Schulstraße für Schulen

Factsheet Schulstraße für Bezirke