Ein Rollstuhlnutzer fährt durch einen Park in Wien. Foto von Ernst Grünwald

Barrierefreiheit bedeutet, dass der öffentliche Raum so gestaltet ist, dass er auch von Menschen mit Beeinträchtigungen genutzt werden kann. Wir alle sind irgendwann einmal in unserer Mobilität eingeschränkt. Etwa wenn wir schweren Gepäckstücke transportieren, wenn wir einen Kinderwagen schieben oder aufgrund einer Gehbehinderung.

Viele kleine Maßnahmen erhöhen die Nutzbarkeit des Öffentlichen Raumes. Vor allem Menschen mit Einschränkungen in ihrer Mobilität haben damit die Möglichkeit, in der Stadt unterwegs zu sein. Die Stadt Wien achtet zum Beispiel darauf, dass Gehsteigkanten an Übergängen nicht zu hoch sind. Taktile Bodenleitsysteme bieten blinden Menschen Orientierung.

Fußgängerampeln mit Akustiksignal

Die blauen oder gelben Kästchen an der Ampel ohne Aufschrift „Bitte drücken“ oder Hand-Symbol sind Blinden-Akustik-Systeme. Diese dienen dazu, dass blinde Personen hören, wenn eine Ampel grün wird. Hier bitte die Knöpfe (insbesondere auf der Unterseite des Kästchens) nicht drücken.

Derzeit sind etwa 70 Prozent aller Ampelanlagen mit Zusatzeinrichtungen für sehbehinderte und blinde Menschen ausgestattet. Neben akustischen Signalen unterstützen tastbare Schilder und Bodenrillen beim sicheren Überqueren der Straße. Hier finden Sie Detailinfos zu Ampeln mit akustischen Hilfen

Ampelschaltungen

Viele Menschen kennen das Gefühl von Stress an der Fußgängerampel, wenn diese auf Rot umspringt, während man sich noch in Mitte der Fahrbahn befindet. Vor allem für Menschen mit Gehbehinderungen ist diese Situation häufig unangenehm. Personen, die sehr langsam gehen, sollten daher ihren Weg über die Fahrbahn mit Beginn der Grünphase starten. Die sogenannte Räumphase ist die Zeit nach dem Grünblinken. Sie dient den Fußgängerinnen und Fußgängern dazu, die Kreuzung in Ruhe zu verlassen. Es besteht daher kein Grund zur Hektik, wenn die Ampel grün blinkt oder auf Rot umspringt. Räumphase ist LEO

rauemphase ist leo_grafik

Haltestellen

Haltestellen von Busen, Straßenbahnen oder U-Bahnen können unterschiedlich gestaltet sein. Die barrierefreie Nutzbarkeit hängt davon ab, wie gut erreichbar sie sind und wie hoch die Verkehrssicherheit beim Betreten und Verlassen der Öffentlichen Verkehrsmittel ist.
Alles zu Haltestellen und Barrierefreiheit

Taktiles Blindenleitsystem

Taktile Bodenleitlinien sind ein wichtiges Hilfsmittel für blinde und sehbehinderte Menschen, um sich im öffentlichen Raum zurechtzufinden.

34,45 km
Blindenleitsystem gibt es in Wien
14,7 km
sind in den Jahren 2010 bis 2015 entstanden
50 cm
links und rechts von taktilen Leitlinien darf nichts abgestellt werden
0,3 Millionen
Menschen in Österreich haben eine Sehbeeinträchtigung
Was sind taktile Leitlinien genau? Hier finden Sie die Details