Argentinierstraße: Baustart für begrünte Lebensader

Wer zu Fuß in der Argentinierstraße unterwegs ist, merkt schnell, wie eng es hier neben dem schmalen Zwei-Richtungs-Radweg ist. In den nächsten 12 Monaten bleibt hier kein Stein auf dem anderen, denn die Argentinierstraße erhält breite Gehsteige und wird zur Fahrradstraße. Das heißt, nicht nur mehr Platz zum Radfahren, sondern auch mehr Platz zum Zu-Fuß-Gehen.

Der Baustart erfolgte im November 2023, fertiggestellt soll die neue Argentinierstraße Ende 2024 sein. Dann ist eine Fahrradstraße nach niederländischen Vorbild, und davon profitieren auch jene, die nicht mit dem Fahrrad unterwegs sind. Denn durch den Wegfall des bestehenden, mittlerweile viel zu engen Radwegs, entsteht viel Platz für breite Gehsteige und für Begrünungsmaßnahmen.

drei Politikerinnen beim symbolischen Spatenstich

Wiedens Bezirksvorsteherin Lea Halbwidl, Planungsstadträtin Ulli Sima und Mobilitätssprecherin Angelika Pipal-Leixner (Foto: PID/Christian Fürthner)

Begrünte Lebensader in Wieden

Die Argentinierstraße bringt nicht nur eine moderne Verkehrslösung, sie wird auch zu einer begrünten Lebensader im Bezirk. Fast 100 Grünbeete mit 70 neuen Bäumen und rund 50 Hochstammsträuchern sollen hier künftig für Schatten und Kühlung sorgen. Neue Bäumen kommen vor allem zwischen Wiedner Gürtel und Goldeggasse, am St.-Elisabeth-Platz, vor dem Eingang zum Anton-Benya-Park und in der Kreuzherrengasse. In Summe werden nach dem Motto „Raus aus dem Asphalt“ ca. 1.300 Quadratmeter Asphalt durch Grünflächen und 1.500 Quadratmeter durch neue Pflasterung entsiegelt. Zwei Wasserspiele, neun Vernebelungsanlagen, drei Trinkhydranten und ein Trinkbrunnen sorgen künftig für ein besseres Mikroklima und Abkühlung während der warmen Jahreszeit. 28 Mikrofreiräume und rund 100 neue Sitzgelegenheiten laden in der neu gestalteten Argentinierstraße zum Verweilen im konsumfreien Raum ein.

Begrünung beim Anton-Benja-Park

Visualisierung: zoomvp.at/Mobilitätsagentur Wien

Breite Einbindung der Bevölkerung von Anfang an

Die Bewohner:innen des Grätzls waren von Beginn an in die Planung eingebunden und sich an der Abstimmung über mögliche Varianten beteiligt. Im Juni 2022 haben sie mit deutlicher Mehrheit für die Neugestaltung der Argentinierstraße als Fahrradstraße gestimmt, im Herbst darauf starteten die Planungsarbeiten. Im Jänner 2023 konnten sich Interessierte bereits über die adaptierte Verkehrsführung im Viertel informieren und im April gab es erneut eine Info-Ausstellung, bei der zahlreiche Gestaltungsdetails präsentiert wurden. Die zentralen Anliegen, die aus der Befragung hervorgegangen sind, werden jetzt verwirklicht – mit mehr Straßengrün, Verkehrsberuhigung, sicheren Gehwegen und Kreuzungen sowie einer wirksamen Entflechtung von Rad- und Fußverkehr.