Frauen im Sport – Spuren im Prater: Ein Spaziergang von Petra Unger

ca. 1h 0m
3.8 km
Pratermuseum, Praterstern (U1)
Wehlistraße, Handelskai (06)
barrierefrei
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Ein Spaziergang im zweiten Bezirk folgt den Spuren der Artistinnen, Löwenbändigerinnen und Schaustellerinnen aus der Vergangenheit des Wiener Praters. Entlang der Hauptallee führt die Route zum Konstantinhügel, am Ernst Happel Stadion vorbei Richtung Handelskai.

Karte

Auf in den Prater..

Frauen war es nicht schon immer möglich uneingeschränkt Sport auszuüben. Wie, wann und warum sind Frauen in Bewegung gekommen – politisch, gesellschaftlich und im Sport? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Kulturvermittlerin Petra Unger. Sie forscht und recherchiert Frauengeschichten in Wien. Bei diesem Spaziergang werden einzelne Wegbereiterinnen und Sportarten mit bestimmten Orten im Wiener Prater in Verbindung gebracht.

Routenbeschreibung: Der Spaziergang startet beim Pratermuseum am Oswald-Thomas-Platz, dem Eingang zum Vergnügungspark. Im Museum erfährt man allerlei über Artistinnen, ungewöhnliche Freiräume und Schaustellerinnen, die ihren Körper außerhalb der Norm im Prater zur Schau stellten.

Kurze Etappenbeschreibung: Oswald-Thomas Platz; Hauptallee; Konstantinhügel; Hauptallee; Ernst-Happel Stadion; SC Hakoah

Auf der Prater Hauptallee kam es 1848 zu ersten Frauenkundgebung Österreichs und in weiterer Folge zu der Praterschlacht bei der Arbeiterinnen und Arbeiter um mehr Lohn kämpften. Und was haben Frauen am Fahrrad mit Kulturkampf zu tun? Diese Frage passt genauso zur Hauptallee wie die Geschichte des Frauenlaufs, der jährlich hier stattfindet. Vor 45 Jahren war es Frauen noch verboten an Langstreckenläufen teilzunehmen.

Entlang der Allee führt die Route weiter zum Konstantinhügel. Der Hügel entstand im Zuge der Aushubarbeiten der Rotunde anlässlich der Weltausstellung 1873 in Wien. Pauline Fürstin Metternich organisierte 1886 hier den ersten Blumencorso, der mit fast 3000 teilnehmenden Kutschen in die Pratergeschichte einging.

„Fußball ist nichts für zarte Jungs, aber vielleicht etwas für harte Mädchen“, meinte Oscar Wilde. Beim Ernst-Happel-Stadion ist es möglich mehr über die Geschichte des Frauenfußballs zu erfahren. Außerdem findet hier seit 2002 jährlich ein Mädchen-Fußballtag auf den Trainingsplätzen statt.

Stadtauswärts

Weiter geht es stadtauswärts in die Wehlistraße zum SC Hakoah. Der Verein wurde Anfang des 20. Jahrhunderts als Reaktion auf die Demütigung jüdischer Sportlerinnen und Sportler gegründet. Bei der Etappe des Spaziergangs liegt besonderes Augenmerk auf den Hakoah-Schwimmerinnen, die zu den Olympischen Spielen 1936 in Berlin eingeladen wurden. Und ablehnten.

Immer wieder können während des Spaziergangs Querschlüsse auf die heute Situation gezogen werden, denn Geschlechterdifferenzierung im Sport ist immer noch eine Selbstverständlichkeit.