Mobilität beginnt im Kindergarten

Kinder lieben es einfach, in Bewegung zu sein. Das gilt nicht nur im Spiel, sondern auch unterwegs in der Stadt. Schon im Kindergarten wird den Kleinsten der Weg hin zu klimafreundlicher Mobilität eröffnet. Mit der Kindergarten-Mobilitätsbox steht Elementarpädagoginnen und –pädagogen ein kostenfreies Angebot dafür zur Verfügung.

Schleichend, laufend, hüpfend, tanzend, rollend

Indem sie sich bewegen, erlernen Kinder Balancegefühl, das Einschätzen von Höhen und weitere motorische Fähigkeiten. Sie brauchen das bewegte Spiel nicht nur um sich körperlich gesund zu entwickeln, sondern auch für die geistige, emotionale und soziale Entfaltung. Auch Radfahren und Zu-Fuß-Gehen fördern die Motorik und helfen die Lebenswelt ganzheitlich zu begreifen und zu erforschen.

Kinder fahren in einem Parcours mit Rollbrettern

Spielend, beobachtend, nachahmend

So gewinnen besonders junge Kinder Fähigkeiten. In Kindergärten, der ersten Bildungseinrichtung im Leben eines Menschen, fördern Pädagoginnen und Pädagogen Interessen, Kompetenzen und Bedürfnisse von Kindern. Hier begleiten und unterstützen sie die Kinder mit wertvoller Bildungsarbeit Schritt für Schritt und legen so auch den Grundstein für Mobilitätsbildung. Das kann im Einzelnen heißen, dem Bewegungsdrang der Kinder gerecht zu werden oder auch aktiv mit Angeboten zur Mobilitätsbildung zu unterstützen. “Jedem Kindergarten sein Laufrad!”, fordert deshalb Hanna Schwarz, Pädagogin und Aktivistin: „Je früher Kinder Gleichgewicht halten am Laufrad kennenlernen, desto leichter fällt ihnen der Umstieg aufs Radfahren. Das Gleichgewicht ist ein elementarer Sinn für unsere Körperwahrnehmung.”

Erklärend, begleitend, unterstützend

So ermutigen Pädagoginnen und Pädagogen Kinder beim Ausprobieren und Entdecken. Sie unterstützen sie beim Erkunden ihres Umfeldes, ohne ihnen jede Richtung aufzuzwingen. Außerdem zeigen sie Möglichkeiten auf, sich aktiv durch den Straßenverkehr zu bewegen. So machen sie greifbar, welche Erfahrungs- und Möglichkeitsräume sich dadurch öffnen. Denn wenn kleine Kinder bereits als selbstbewusste und klimafreundliche Verkehrsteilnehmende unterwegs sind, begleitet sie dies ein Leben lang.

„Sofort einsetzbar, gut aufeinander abgestimmt, für verschiedene Altersgruppen und unkompliziert“, so wünscht sich Stefanie K., Pädagogin aus Wien, neue Angebote für Mobilitätsbildung. Denn sie weiß aus Erfahrung: Nachhaltige Bildungsarbeit im Bereich Mobilität braucht ein geeignetes Repertoire und ansprechende Materialien. So wird der Forscherdrang der Kinder geweckt.

Die Kindergarten-Mobilitätsbox

Mit der Kindergarten-Mobilitätsbox unterstützt die Mobilitätsagentur Wien Pädagoginnen und Pädagogen seit 2016 dabei, Freude und Neugierde an aktiver Mobilität weiterzugeben. Seitdem haben über 300 Kindergartengruppen mit der Box, die mit Spiel-, Experimentier- und Bewegungsmaterialien gefüllt ist, spielerisch gelernt. In 64% dieser Kindergartengruppen beschäftigen sich die Kinder und PädagogInnen so erstmals mit dem Thema aktive Mobilität. Für Zuhause bekommt jedes Kind das mehrsprachig verfügbare Kinderbüchlein „Mit Anna Unterwegs“. Gemeinsam mit Geschwistern, FreundInnen und Eltern kann beim Lesen und Vorlesen die Lust am Zu-Fuß-Gehen und Radfahren geweckt werden.

Der Leitfaden zur Kindergarten-Mobilitätsbox unterstützt mit Ideen und Anregungen

Die Kindergarten-Mobilitätsbox steht allen Wiener Kindergärten kostenfrei zur Verfügung. Elementarpädagoginnen und –pädagogen können sie unter office@mobilitaetsagentur.at bestellen.

Am Tag der Elementarpädagogik, der jährlich im Jänner die Wichtigkeit elementarer Bildung ins Zentrum rückt, freuen wir uns mit jenen 300 Kindergartengruppen, die mit der Kindergarten-Mobilitätsbox einen Grundstein für selbstbewusste und kritische Verkehrsteilnehmende gelegt haben. Aber Mobilitätsbildung ist ein lebenslanger, ganzheitlicher Prozess. Denn Bildung eröffnet neue Lebenskonzepte – auch in Hinblick auf klimafreundliche Mobilität.

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