FußgängerInnen-Leitsystem für die neuen Wiener Flaniermeilen

Durch Informations-Stelen wird der Fußverkehr in Wien weiter gefördert. Heute, am „Autofreien Tag“, wurde der Prototyp am Siebensternplatz vorgestellt.

Der Prototyp für die geplanten Informations-Stelen wurde heute, 22.09.2014, im Rahmen des „Europäischen Autofreien Tages“ von Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou, Bezirksvorsteher Thomas Blimlinger und der Fußverkehrsbeauftragten Petra Jens vorgestellt. Der erste Standort für das neue Leitsystem ist der Siebensternplatz im 7. Bezirk, weitere Stelen werden noch in diesem Jahr auf der neugestalteten Mariahilfer Straße aufgestellt.

Enthüllung des Prototyps Fußgängerleitsystem am Siebensternplatz durch Vizebürgermeisterin Vassilakou, Bezirksvorsteher Blimlinger, FußgängerInnen-Beauftragte Jens. Foto von Christian Fürthner

Enthüllung des Prototyps für ein FußgängerInnen-Leitsystem.
v.l.n.r.: Bezirksvorsteher Thomas Blimlinger, Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou, Fußverkehrsbeauftragte Petra Jens. Foto: Christian Fürthner/PID

Durch das Info-System wird der Fußverkehr in der Stadt weiter gefördert, da Entfernungen realistischer eingeschätzt und die beste Wegstrecke leichter gefunden werden kann. Öffentlicher Verkehr und der Fußverkehr werden besser verknüpft. Ein QR Code auf der Informations-Stele führt zu einem kurzen Feedbackbogen. Das Feedback wird gesammelt und fließt in die Gestaltung der weiteren Stelen ein. In den nächsten zwei Wochen werden auch PassantInnen auf dem Siebensternplatz um ihr Feedback gebeten.

„Das neue Leitsystem ist die Gebrauchsanleitung für die Stadt der kurzen Wege. Das Info-System gibt einen schnellen und informativen Überblick, wie ich zu Fuß am besten ans Ziel komme“, so Vassilakou. „Wien ist bereits heute eine Stadt der kurzen Wege, beinahe ein Drittel aller WienerInnen erledigt die Alltagswege hauptsächlich zu Fuß. Diesen Trend wollen wir fördern und das Zu-Fuß-Gehen erleichtern.“

Prototyp FußgängerInnen-Leitsystem. Foto: Christian Fürthner/PID„Eine moderne und zukunftsfähige Stadt wird auch daran gemessen, wie bequem und sicher sich FußgängerInnen in ihrem Lebensumfeld bewegen können“, so Blimlinger. „Die Angaben der oft kurzen Gehzeiten wird etliche Menschen dazu bringen, diese Wege zu Fuß zurückzulegen – und dabei viel Interessantes zu entdecken.“ Petra Jens, Wiener FußgängerInnenbeauftragte abschließend: „In den kommenden Monaten wird das Zu-Fuß-Gehen ein zentrales Thema in der Stadt sein. Mit dem Streetlife Festival hat die Stadt Wien den Auftakt für die Jahreskampagne gesetzt. Ende und Höhepunkt des Zu-Fuß-Geh Schwerpunkts in Wien bildet die internationale „walk21“ Konferenz im Oktober 2015.“

Das Leitsystem bietet vor allem für Ortsunkundige bessere und schnellere Orientierung und zeigt die Besonderheiten der Umgebung. Der auf der Info- Stele aufgedruckte Plan gibt unter anderem Entfernungen beziehungsweise Gehzeiten zu den umliegenden Öffi-Stationen, zu Carsharing-Standorten, den Citybike-Stationen oder öffentlichen WCs an. Zusätzlich sind „Short-Cuts“ (z.B. Durchgänge durch Höfe) für FußgängerInnen angegeben, mit der Information, ob diese barrierefrei sind oder nicht. Die Informations-Stele ist werbefrei und wird nachts von innen beleuchtet. Das Leitsystem ist wichtiger Bestandteil der übergeordneten Flaniermeilen durch die Stadt, die bis 2018 in Wien umgesetzt werden sollen.

Technische Beschreibung

Das neue Orientierungsleitsystem für Wien basiert auf dem Konzept der Legible City, dieses wurde in England entwickelt und hat sich dort als Terminus etabliert. Ziel ist ein Vertrautwerden mit der Stadt, einen Prozess der Identifikation und der Aneignung der Umgebung anzustoßen. Das Wissen um den Lebensbereich soll erweitert, das Zu-Fuß-Gehen als schnelle, ökologische und sozial sinnvolle, aber auch angenehme Wahl der Fortbewegung wiederentdeckt werden. Darüber hinaus stellt das Orientierungsleitsystem ein Brandingelement im Stadtmarketing und ein Medium zur Identifikation mit der Stadt dar.

Das Fußgängerleitsystem besteht aus einer rostfreien Grundkonstruktion welche die 2-seitigen situierten Glasplatten tragen. Die Glasplatten bestehen aus Verbundsicherheitsglas (VSG) auf denen die beidseitigen Informationsfolien mittels speziellem Klebverfahren aufgebracht sind. Die technische Ausstattung der Säulen bietet trotz der geringen Konstruktionstiefe u.a. eine standardmäßige weiße Beleuchtung in den Dunkelstunden, sowie die Möglichkeit spezielle Beleuchtungsszenarien im Zuge von Eventveranstaltungen umsetzen zu können. Um die Betriebssicherheit sicher zu stellen ist die Fußgängerleitsystem-Säule
mit neu entwickelten Überwachungsfeatures ausgestattet, welche die Funktionen der Säule überwachen, mögliche auftretende Fehlfunktionen zeitnah erkennt und diese entsprechend an einen zentralen Leitstand meldet.

4 Kommentare

nussbaumer sagte am 24.09.2014, 15:35:
Können Sie mir bitte mitteilen was das Ganze kostet und wer das bezahlen wird Ich hoffe ich kriege eine Antwort Mit besten Grüßen
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Kathrin Ivancsits sagte am 25.09.2014, 11:51:
Eine Tafel kostet 8.300 Euro, die Kosten werden von der öffentlichen Hand übernommen.
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nussbaumer sagte am 01.10.2014, 09:23:
Könnten Sie mir bitte noch mitteilen,wann mit der ersten Route begonnen wird und wie der Verlauf sein wird Herzlichen Dank
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Kathrin Ivancsits sagte am 02.10.2014, 11:45:
Bis 2018 sollen die ersten beiden Routen realisiert werden. Die erste Route führt vom Reumannplatz über den Hauptbahnhof und die Innere Stadt zum Praterstern und weiter bis in den Prater und auf den WUCampus. Die zweite führt vom Währinger Kutschkermarkt über die Josefstadt und die Mariahilfer Straße bis zum Naschmarkt im vierten Bezirk.
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