Weshalb Stress an der Ampel nicht notwendig ist, erklären die Mobilitätsagentur Wien und die Magistratsabteilung 33 – Wien Leuchtet in einer Informationskampagne. Vertreter von Polzei, den Wiener Fahrschulen und Politik machten an der ehemals nervigsten Ampel Wiens auf die Räumphase aufmerksam.

An der Kreuzung Nußdorfer Straße – Währinger Gürtel, im 9. Bezirk erklärte Fußverkehrsbeauftragte Petra Jens heute, 12.11.2014, was es mit Ausspruch „Räumphase ist LEO!“ auf sich hat. Gemeinsam mit Vertretern aus Bezirk, Magistrat, der Wiener Polizei und den Wiener Fahrschulen machte sie auf die Rechte der Zu-Fuß-Gehenden an der Ampel aufmerksam.

v. l. n. r.: Gerald Grasnek (MA 33), Thomas Liebich (BV 9), Walter Gerbauts (WKW), Petra Jens, Oberst Josef Binder (Polizei). Foto: Sebastian Philipp

v. l. n. r.: Gerald Grasnek (MA 33), Thomas Liebich (BV 9), Walter Gerbautz (WKW), Petra Jens, Oberst Josef Binder (Polizei). Foto: Sebastian Philipp

Die Räumphase ist jene Zeit, die den Zu-Fuß-Gehenden bleibt um die Kreuzung zu verlassen, auch wenn die Ampel schon Grün blinkt oder auf Rot umspringt. Autofahrende müssen beim Ein- und Abbiegen FußgängerInnen in Ruhe queren lassen. Denn diese sind, auf gut Wienerisch gesagt, „im Leo“

Die Kampagne „Räumphase ist LEO“, findet heuer bereits zum zweiten Mal statt. Mit Straßenaktionen, Aufklebern auf Ampeln, Radiospots und einem interaktiver Zieh-Flyer, der die Ampelphasen darstellt klärt die Kampagne über die Räumphase auf. „Besonders freut mich, dass wir in diesem Jahr die Wiener Fahrschulen für die Aktion gewinnen konnten“, so Petra Jens.

Walter Gerbautz, WKW-Fachgruppengeschäftsführer der Fachvertretung Wien der Fahrschulen sagt dazu: „In der Fahrschule erlernen FahrschülerInnen vorausschauendes und sicheres Fahren. Andere StraßenbenützerInnen dürfen durch Unachtsamkeit weder behindert noch gefährdet werden. Die Räumphase zu verstehen ist ein erster Schritt zu einem entspannten Miteinander an Kreuzungen. Die Wiener Fahrschulen nehmen ihre Verantwortung bei der Ausbildung von künftigen FührerscheinbesitzerInnen engagiert wahr, weshalb auch das Thema Räumphase einen wichtigen Bestandteil der Ausbildung darstellt.“

7 Kommentare

Karl Schiefermair sagte am 12.11.2014, 13:28:
Nachdem ich vorige Woche im "Leo" fast von einem Auto überfahren wurde, halte ich diese Aktion für sehr wichtig. Allerdings sind viele der Fußgängerampeln derart eingerichtet, dass man sich die meiste Zeit "im Leo" befindet und gar keine Möglichkeit hat, zB 4 Spuren bei "Grün" zu überqueren. Eine Lösung wäre, die Rotphase beim Abbiegeverkehr entsprechend zu verlängern, um wirklich die "Räumphase" zu Ende kommen zu lassen. Das einzige, was AutofahrerInnen wirklich beeindruckt, ist eine ROTE Ampel; keine grünblickende, keine gelbe, keine FußgängerInnen am Zebrastreifen. Das kann /muss ich nach Jahrzehnten der Verkehrbeobachtung in Wien sagen. Leider
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Kathrin Ivancsits sagte am 12.11.2014, 13:39:
Danke schön! Ja, die Aktion "Räumphase ist LEO" ist genau dazu da, die Situation an der Ampel zu verbessern. Selbstverständlich sprechen wir auch die AutofahrerInnen an. In diesem Jahr beteiligen sich zum Beispiel die Wiener Fahrschulen an der Aktion - damit schon FahranfängerInnen die Räumphase kennen und respektieren lernen. Kennen Sie eine Ampel in Wien, die Ihnen besonders verbesserungswürdig erscheint? Sie können uns das gerne über die Wunschbox auf www.wienzufuss.at melden.
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Hans Doppel sagte am 12.11.2014, 13:47:
Leider, diese Aktion ist nur eine Alibi-Veranstaltung, um der Verlängerung der echten Grünanzeige zu entgehen! Vor allem ältere, gehschwache Leute, von Behinderten gar nicht zu reden, fühlen sich verunsichert, wenn nach ein paar Sekunden "Grün" die Ampel auf "Gelb" springt! Beispiel: 8., Landesgerichtsstraße von der Schmidgasse zum Rathaus: Es gilt eine vielspurige städtische Schnellstraße zu queren, auf dem mittigen Fahrbahnteiler ist es für langsam Gehende bereits "Gelb"! Warum man den FußgeherInnen nicht mehr "Grün" vergönnt, ist doch wohl ganz klar in der Dominanz des Autoverkehrs zu sehen... da müsste halt einmal ein politischer Schwenk vollzogen werden (nicht nur in Ankündigungen)! Ein weiteres Problem sind die viel zu langen Ampel-Unmläufe, die sicher einer großer Beitrag zu den vielen Rotfahrern und -gehern sind!
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Petra Jens sagte am 12.11.2014, 16:41:
Wir nehmen über Gespräche mit BürgerInnen und die Wien zu Fuß Wunschbox laufend Beschwerden und Verbesserungsvorschläge zu Fußgängerampeln auf und befassen Behörden und Bezirke damit. Es stimmt, oft unterliegen die Interessen der Zu-Fuß-Gehenden jenen des motorisierten oder des öffentlichen Verkehrs. Es geht aber auch anders. 2014 wurden sechs Ampelanlagen für Zu-Fuß-Gehende verbessert. Manchmal durch Verlängerung der Grünphase, manchmal aber auch durch bauliche Maßnahmen, wie Vergrößerung der Gehsteigvorziehungen und damit einer Verengung der Fahrbahn. Solche Veränderungen dauern lange und kosten Geld. Vielen Verkehrsteilnehmenden ist das Prinzip der Räumphase nicht einmal bekannt. Deshalb kann mit einer Aktion, die mehr Rücksichtnahme gegenüber Zu-Fuß-Gehenden an Kreuzungen bewirkt, vergleichsweise schnell und flächendeckend geholfen werden. Das eine schließt aber das andere nicht aus - neben Kommunikation muss es immer auch Veränderungen in Verkehrstechnik und -organisation geben.
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Ewald Muzler sagte am 12.11.2014, 14:24:
Liebe Petra, diese Aktion ist sehr sinnvoll, aber keine Lösung. Wenn man bei Rot über eine Kreuzung (weiter)geht, dann hat man immer das Gefühle, etwas Verbotenes zu tun. Und das ungut und gehört behoben. Es ist einfach notwendig, dass "gescheitere" Fußgängerampeln angeschafft werden. Liebe Grüße, Ewald (Agendagruppe "Begegnung im Freihausviertel")
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Petra Jens sagte am 12.11.2014, 16:48:
Lieber Ewald! Die Aktion "Räumphase ist LEO" dient dazu, das Miteinander im Straßenverkehr zu verbessern. Niemand soll das Gefühl haben, verbotenerweise auf der Fahrbahn zu gehen, nur weil die Ampel während des Querens auf Rot springt. Selbstverständlich müssen Ampeln laufend auf Fußgängerfreundlichkeit überprüft und gegebenenfalls verbessert, oder auch abgebaut werden.
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Christine sagte am 11.06.2015, 21:47:
An der Fußgängerampel bei der Straßenbahnhaltestelle Anton-Schallgasse muss man sehr lange warten, bis man die Brünner Straße überqueren kann. Bekommt man endlich grün setzt sehr schnell die Grünblinkphase ein. Um die komplette Fahrbahn zu überqueren möchte man gerne noch die Gleiskörper der Straßenbahn in beide Richtungen schaffen. Aber das Signal, dass die Bim weiterfahren darf kommt auch viel zu schnell. Ein Achtung Straßenbahn-Schild zwingt die Fußgänger, das überqueren der kompletten Fahrbahn zu unterbrechen. Fitte Fußgänger mögen dies ja schaffen. Aber wenn jemand nicht ganz so flink ist, schafft er es nicht. Es gibt in der Nähe auch Kindergärten und eine komplette Kindergruppe wird somit gezwungen, sich auf dem schmalen Bahnsteig der stadtauswärts fahrenden Straßenbahn zu versammeln, auch wenn die Kinder stadteinwärts wollen.
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