Fahrverbot vor Schulen?

Autos halten in zweiter Spur, Türen werden aufgerissen, Wendemanöver und Gehupe, dazwischen jede Menge Kinder … Vor vielen Schulen herrscht morgens ein Verkehrschaos. Jedes fünfte Volksschulkind in Wien wird mit dem Auto zur Schule gebracht. Oft gut gemeint, schafft das „Elterntaxi“ alles andere als Sicherheit: Weder für das eigene, noch für alle anderen Kinder.

Damit die Kinder vermeintlich unbeschadet in den Unterricht kommen, bringt das „Elterntaxi“ die Mädchen und Buben bis vor die Haustür des Schulgebäudes. Doch: Das gleichzeitige Ankommen von 30 bis 40 elterlichen Autos, Halten, Wenden und Abfahren verschärft die Verkehrssituation vor den Schulen – und schafft so Unfallgefahr.

Petra Jens, Beauftragte für Fußverkehr: „Autofreie Schulvorplätze erlauben Kindern Bewegungsfreiheit und einen stressfreien Schulbeginn. Sicherheit erlangen Kinder, wenn sie möglichst oft zu Fuß unterwegs sind – anfangs in Begleitung, später alleine. Nur so können sie lernen, sich im Straßenraum richtig zu verhalten. Genauso wertvoll ist die tägliche Bewegung, die so ein Schulweg mit sich bringt.“

In Bozen, Salzburg oder Hannover wird mit Fahrverboten vor Schulen dem Verkehrschaos entgegengesteuert. In Südtirol gibt es schon seit 25 Jahren sogenannte „Schulstraßen“. Dort ist in den Morgenstunden und zu Mittag für jeweils 15 bis 30 Minuten das Durchfahren verboten. Schülerlotsen und die Polizei sorgen für einen reibungslosen Ablauf des Fahrverbots. Mit positiven Ergebnissen, wie der VCÖ berichtet: In Bozen ist der Anteil jener Schulkinder, die selbstständig zur Schule kommen, inzwischen auf fast 80 Prozent angestiegen; etwa die Hälfte kommt zu Fuß. So bewegen sie sich regelmäßig und üben von klein auf sicheres Verhalten im Straßenverkehr.

In Wien setzen sich Tempo 30 Zonen vor Schulen immer mehr durch. Darüber hinaus werden laufend Schulvorplätze kinderfreundlich gestaltet, dieses Jahr werden etwa zwei Schulvorplätze in der Burggasse im 7. und einer in der Eslarngasse im 3. Bezirk vergrößert. Ein zeitlich begrenztes Fahrverbot, wie in Südtirol, gibt es noch nicht.

TIPP:
Was tun, wenn auf das Auto nicht verzichtet werden kann? In so einem Fall bringt es schon etwas, ein paar Häuserblöcke entfernt stehen zu bleiben und das Kind den restlichen Weg zur Schule zu Fuß gehen zu lassen. In Begleitung, oder alleine – das entscheiden Eltern und Kind. Die Schulwegpläne der MA46 zeigen, wo es am sichersten ist.

2 Kommentare

Meller Max sagte am 29.09.2017, 17:48:
Ja, wir sind für ein zeitlich begrenztes Fahrverbot vor Schulen !
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Margit Schweiger sagte am 29.09.2017, 23:10:
Wir bringen unseren Enkel oft zur Volksschule im 6. Bezirk, Sonnenuhrgasse und bemerken immer wieder die geschilderte Problematik. Wir verstehen auch nicht warum die Kinder bis vor die Haustür der Schule gefahren werden müssen. In diesem Fall ist die Schule in einer Sackgasse und es kommt oft zu gefährlichen Situationen wenn Kinder zu den Eltern/Großeltern laufen wollen bzw. ist der Bezingestank, wegen laufender Motoren oft ziemlich lästig. Man muss die Autofahrer immer wieder auf das Abstellen des Motors hinweisen.
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