„Bei rot bleib stehn, bei grün kannst du gehn. Bei gelb gib acht, so wirds gemacht.“ Das lernen die meisten Kinder schon im Kindergarten über Ampeln. Dass diese jede Menge mehr zu bieten haben, wissen Fachleute und die Berliner (Stichwort Ampelmann). Und auch in Wien ist das Thema Ampel spannender denn je.

Ampeln mit Fußgängererkennung kommen
„Dieses System kann erkennen, möchte diese Person tatsächlich die Fahrbahn queren oder wartet sie nur dort und hat mit der Ampel eigentlich gar nichts am Hut“, erklärt Walter Mimmler von der MA 33, der Abteilung für Ampeln im Wiener Magistrat. Die Rede ist von einem neuen Ampelsystem, das zukünftig Druckknopfampeln ersetzen soll. Mittels Kamera und über bestimmte Algorithmen, erkennt die Ampel den Querungswunsch der Fußgängerin oder des Fußgängers – und wird grün. Mühsames Knopf suchen, drücken (oder nicht, weil nicht gefunden) und langes Warten bleibt den Fußgängerinnen und Fußgängern damit erspart.

Entwickelt wurde das System gemeinsam mit der Technischen Universität Graz, getestet in Favoriten – an einer geheimen Kreuzung. Geheim deswegen, damit sich die FußgängerInnen natürlich verhalten und das Testergebnis nicht verfälscht wird. Das System funktioniert, jetzt wird noch die Zuverlässigkeit geprüft. Bei 10.000 FußgängerInnen darf das System im Test höchstens 50 Mal versagen. Wenn das passt, sollen die ersten Ampelkameras bereits im kommenden Frühling installiert werden.

Mehr Ampelpärchen
Ob die Fußgängererkennungs-Ampeln auch mit Ampelpärchen versehen werden, steht noch nicht fest. Fix ist, dass Wien mehr der beliebten Ampelpärchen bekommt. Anlässlich des Song Contest 2015 wurden die ersten 54 Pärchen montiert und sorgten für Aufregung und viel positives Echo im In- und Ausland. Mittlerweile gibt es Ampelpärchen an 64 Kreuzungen. In den nächsten Wochen sollen an den beiden Kreuzungen Praterstraße Ecke Aspernbrückengasse und Hollandstraße Ecke Kleine Sperlgasse (1020 Wien) weitere kommen.

Foto: Ampelpärchen Rocks

Und wer die Ampelpärchen mit nach Hause nehmen möchte kann sich in Wiens neu eröffnetem Ampelpärchen-Shop in Mariahilf mit Lampen, Stickers, T-Shirts, … mit Ampelpärchen-Aufdruck eindecken. „Unser Anspruch ist, die Ampelpärchen zum Botschafter Wiens zu machen“, sagen die Shopinhaber. Die Ampelpärchen werden spätestens jetzt zum Kult und sicherer wird’s auch: Denn die Ampelpärchen erhöhen die Verkehrssicherheit.

4 Kommentare

Dr. Gerhard Trauner sagte am 21.12.2017, 17:20:
Diese Aktion kostet nur Geld und bringt meiner Meinung nach gar nichts
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Angeline Biene sagte am 29.01.2018, 22:20:
Kameras im öffentlichen Raum? Das Thema sorgt doch sonst immer für riesen Debatten hinsichtlich Überwachung. Sicherheitskameras (vor Banken etc.) sind gesetzlich reglementiert. Derartige Technologieanwendungen haben immer zwei Seiten. Gleich wie beim Thema der "intelligenten" Stromzähler, die im Minutentakt Daten über unser Verhalten im eigenen Haushalt an Dritte übermitteln. Möchte ich wirklich an jeder beampelten Kreuzung aufgezeichnet werden?
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Kathrin Ivancsits sagte am 31.01.2018, 09:34:
Vielen Dank, dass Sie diesen interessanten Aspekt einbringen. Selbstverständlich werden in diesen Fällen sämtliche geltenden rechtlichen Rahmenbediengungen eingehalten.
Bernd Vogel sagte am 11.02.2018, 20:42:
Völlig sinnlos, heutzutags bleibt ohnehin kaum ein Fussgänger an einer roten Ampel stehen...
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