Eine Grätzeloase. Ein begrünter kleiner Park mitten in der Parkspur.

Ein Parkplatz für die Menschen

Es begann mit einer Parkuhr, einem Stück Rollrasen und einer Bank. Nach zwei Stunden war alles vorbei. Was blieb, war die Idee vom „Parklet“, die sich weltweit verbreitete.

San Francisco, 2005. Eine Künstlergruppe namens Rebar wirft Münzen in eine Parkuhr und startet damit eine paradoxe Intervention. Anstatt einen PKW auf dem somit gebuchten Parkplatz abzustellen, breiten die Künstlerinnen und Künstler Rollrasen aus, stellen eine Kübelpflanze auf und machen es sich auf einer mitgebrachten Sitzbank gemütlich. Für zwei Stunden verwandelte sich ein langweiliger Parkplatz in einen kleinen, öffentlichen Park. Fotos dieser Aktion gingen um die Welt. Seither werden unter dem Slogan PARK(ing) Day in vielen Städten der Welt am dritten Freitag im September temporäre Mikro-Parks, sogenannte „Parklets“ errichtet.

Ein Parklet, ein kleiner Mini-Park auf einer Fläche, die normalerweise als Parkplatz für Autos genutzt wird

Was ist ein Parklet? „Kleiner, auf Parkplätzen eingerichteter Park oder Sitzbereich.“
Parklets sind kleine Plätze im Straßenraum. Sie dienen zum Verweilen und zur Kommunikation. Parklets sind öffentlich und in der Regel barrierefrei zugänglich. Ihre Benützung ist nicht abhängig von Konsumation.

Nur fünf Jahre später stellte die Stadtverwaltung von San Francisco ein offizielles Parklet zur Verfügung, mehr noch, sie gestattete Privatpersonen und UnternehmerInnen, vor dem eigenen Haus oder Geschäftslokal Parklets zu errichten. Wichtigste Bedingung: in einem Parklet muss nichts konsumiert werden. Womit der wichtigste Unterschied des Parklets zum Schanigarten geklärt wäre. Weitere drei Jahre später veröffentlichte die Abteilung für Stadtplanung von San Francisco ein umfangreiches Handbuch „Pavement to Parks“ zu Beantragung, Genehmigung und Errichtung von Parklets.

Was tut Wien?

Dem Beispiel San Francisco sind zahlreiche Städte in der ganzen Welt gefolgt – auch Wien. Als „Pionier“ der hiesigen Parklets In Wien kann der Krongarten gelten. Dahinter steht der Verein „Hinterland“. Allen Widrigkeiten zum Trotz, beispielsweise wurde der Krongarten durch Vandalen beschädigt, setzte sich die kleine Stadtoase im Bezirk Margareten als saisonaler Grätzeltreffpunkt durch.

Eine Grätzloase im 7. Bezirk. Im gelben Garten, einem Parklet (Kleiner Park in der Parkspur), sitzen Leute aus der Nachbarschaft spielen, plaudern und stricken.

Nutzung von Parkstreifen und Grätzeloase
Und nicht nur das. Seit dem Jahr 2015 existiert ein eigens entwickeltes behördliches Verfahren zur nichtkommerziellen, zeitlich begrenzten Nutzung von Parkstreifen. Die wichtigsten Informationen dazu finden sich in der Broschüre „belebte freiräume. Öffentlicher Parkraum und alternative Nutzung“.

Hier können Sie die Bröschüre herunterladen: Broschüre „belebte freiräume. Öffentlicher Parkraum und alternative Nutzung“

Mit dem Programm „Grätzeloase“ existiert in Wien eine Förderschiene, die Personen und Gruppen die ein Parklet errichten möchten organisatorisch und auch finanziell unterstützt.
Die freundlichen Stadtexpertinnen und –experten der Grätzeloase stehen beratend zur Seite, wenn es um Ideen zur Belebung des öffentlichen Raumes geht. Sie unterstützen bei Behördenwegen und beraten bei der Umsetzung. Grätzeloasen-Projekte – zum Beispiel Parklets – können auch finanzielle Unterstützung erhalten.

Die Mobilitätsagentur hat im Sommer 2016 selbst ein Parklet vor ihrem Büro in der Großen Sperlgasse errichtet. Schon am ersten Tag machten Nachbarn von der Möglichkeit Gebrauch sich im Parklet auszuruhen, zu plaudern und zu spielen. Etwa zwanzig Personen jeden Alters nutzen das Parklet seither täglich, und viele fragten: „Was ist denn das für ein schöner Garten und wie kommt man dazu?“

Diese Frage habe ich in diesem Blog beantwortet.Wer mehr dazu wissen möchte, kann uns gerne schreiben an: office@mobilitaetsagentur.at

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