Zwei Kinder pusten einander Seifenblasen zu. Foto von Ernst Grünwald

Schulstraße: mehr Sicherheit für Kinder

Im September sorgt ein temporäres Fahrverbot vor der Volksschule in der Vereinsgasse für mehr Sicherheit für die Schulkinder.

Autos halten in zweiter Spur, Türen werden aufgerissen, Wendemanöver und Gehupe, dazwischen jede Menge Kinder … Vor vielen Schulen herrscht morgens ein Verkehrschaos. Jedes fünfte Volksschulkind in Wien wird mit dem Auto zur Schule gebracht. Oft gut gemeint, schafft das „Elterntaxi“ alles andere als Sicherheit: Weder für das eigene, noch für alle anderen Kinder.

Vor der Volksschule Vereinsgasse in der Leopoldstadt wird im Herbst 2018 ein anderes Bild herrschen. Denn dort gilt ab 10. September: Schulstraße. Dreißig Minuten Fahrverbot vor Unterrichtsbeginn soll für mehr Sicherheit sorgen. Seit Jahren fordern Schulleitung, Elternschaft und AnrainerInnen eine Verkehrsberuhigung.

„Wir begrüßen die Schulstraße einhellig“, sagt Wolf Fircks, Sprecher des Elternvereins der Volksschule Vereinsgasse. „Der Schulweg wird dadurch sicherer, gerade im letzten Abschnitt, wo alle vor dem Schultor zusammenkommen ist der motorisierte Verkehr ein großes Risiko“, so Fircks, der immer wieder gefährliche Situationen beobachtet, wenn er seine Kinder in der Früh in die Schule bringt. Um solche Situationen zu entschärfen gilt in der Schulstraße an Schultagen zwischen 7:45 und 8:15 Uhr ein Fahrverbot.

Petra Jens, Beauftragte für Fußverkehr der Stadt Wien, befürwortet den Pilotversuch im 2. Bezirk: „In Bozen gibt es Schulstraßen seit mehr als 20 Jahren. Die Anzahl der auf dem Schulweg verletzten Kinder ist seitdem um mehr als die Hälfte gesunken.“ Darüber hinaus erlauben autofreie Schulvorplätze Kindern Bewegungsfreiheit und einen stressfreien Schulbeginn. „Sicherheit erlangen Kinder, wenn sie möglichst oft zu Fuß unterwegs sind – anfangs in Begleitung, später alleine. Nur so können sie lernen, sich im Straßenraum richtig zu verhalten. Genauso wertvoll ist die tägliche Bewegung, die so ein Schulweg mit sich bringt, “ sagt Petra Jens.

Die FußgängerInnen-Initiative „geht-doch.wien“ freut sich doppelt. Ihre Petition für „Temporäre Autofreie Zonen vor Schulen“ hat so viele Unterschriften gesammelt, dass sie im Petitionsausschuss behandelt wird. Hanna Schwarz, Sprecherin der Initiative: „Wir hoffen, dass das Pilotprojekt in der Vereinsgasse Nachahmer in den anderen Bezirken findet und sich autofreie Zonen vor Schulen etablieren.“

Details zur Schulstraße Vereinsgasse
Ab Herbst 2018 wird in der Vereinsgasse im 2. Bezirk für 2 Monate der „Pilotversuch Schulstraße“ durchgeführt. Dabei wird die Straße vor der Schule an Schultagen eine halbe Stunde vor Schulbeginn für den Auto-Verkehr gesperrt. Von 10. September 2018 bis 2. November 2018 ist an Schultagen das Zu- und Abfahren für Kfz in der Gabelsbergergasse und in der Vereinsgasse zwischen Lessinggasse und Am Tabor in der Zeit zwischen 7:45 und 8:15 Uhr nicht möglich.
„Der Pilotversuch Schulstraße wird von VerkehrsexpertInnen und der Verkehrssicherheitsabteilung der Stadt Wien beobachtet und ausgewertet. Nach Vorliegen der Ergebnisse wird entschieden ob aus dem Versuch eine dauerhafte Einrichtung wird.“, erklärt Petra Jens.

Beim Grätzlfest am Volkertmarkt am 22. Juni 2018, ab 15 Uhr und bei einem Informationsabend „Schulstraße“ Anfang September können sich AnrainerInnen zum Thema informieren. Die AnrainerInnen werden auch mittels Postwurfsendung informiert.

Ziele der Schulstraße
Verkehrsberuhigung vor der Schule und mehr Sicherheit
Ein aktiver Schulweg zu Fuß wird gefördert

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3 Kommentare

Michaele Mayer sagte am 09.07.2018, 11:01:
Schön das die Anrainer Anfang September darüber informiert werden, dass die Regelung ab 9. September gilt.
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Kathrin Ivancsits sagte am 09.07.2018, 11:28:
Vielen Dank für diesen Kommentar. Allerdings: Die AnrainerInnen wurden bereits im Juni informiert. Im September findet noch eine Informationsveranstaltung statt.
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Ernst Pitlik sagte am 11.07.2018, 10:11:
Das gehörte vor jeder Schule. Ich wohne bei einer Schule und jeden morgen und zu mittag gibt es dort ein Chaos. Den sehr viele Eltern würden ihre KInder am liebsten bis in das Klassenzimmer mit ihren SUV fahren. Polizei sieht man dort nie.
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