Was können wir tun? Ein Text gegen die Ohnmacht.

Jetzt ist es wieder passiert. Ein Kind ist nicht bis zur Schule gekommen, hat den Aufprall nicht überlebt. Die Rettungsbemühungen waren vergebens. Es ist der Albtraum aller Mütter und Väter, dass ein Kind im Straßenverkehr zu Schaden kommt. 

An solchen Tagen hilft es nicht zu wissen, dass Wien eine der verkehrssichersten Städte Europas ist. Es  hilft nicht, dass es seit den 1980er Jahren immer weniger tödliche Verkehrsunfälle gibt. Jeder einzelne ist einer zu viel.

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An solchen Tagen wie heute rufen mich Mütter und Väter an und stellen Fragen. Danach, was die Stadt unternimmt, um weitere Unfälle zu vermeiden. Und danach, was sie selbst tun können. Deshalb gibt es hier einen Überblick wesentlicher Initiativen und Organisationen.

Die tröstliche Nachricht ist, Sie sind nicht allein. Tatsächlich arbeiten viele Menschen daran, dass Kinder wie Erwachsene wohlbehalten durch die Stadt kommen. Dazu können wir alle etwas beitragen.

Initiativen der Stadt Wien

Die wichtigsten Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit sind, neben Verkehrskontrollen:

  • Tempo-30-Zonen. Die Fahrgeschwindigkeit ist wesentlich für das Unfallgeschehen. Je langsamer gefahren wird, desto eher werden Hindernisse rechtzeitig wahrgenommen, desto kürzer ist der Anhalteweg und desto höher ist die Überlebenschance im Falle eines Zusammenpralls.
  • Bauliche Maßnahmen, wie zB. Verbreiterung der Gehsteige im Kreuzungsbereich (sog. „Ohrwaschl)
  • Gemeinsam mit Fahrschulen, Wirtschaftskammer und dem Kuratorium für Verkehrssicherheit ist der „Tote Winkel“ bei LKW Gegenstand zahlreicher Aktivitäten. Bei der Begegnung mit großen Fahrzeugen besteht besonders für Kinder die Gefahr, von der Fahrerkabine aus nicht wahrgenommen zu werden. Auf europäischer Ebene unterstützt die Stadt Wien deshalb Bemühungen um strengere Sicherheitsauflagen bei LKW.

Grundsätzlich gilt:

Jeder tödliche Unfall wird genau überprüft. Werden technische Mängel festgestellt, werden diese behoben. Von 28 tödlichen Fußgänger-Unfällen in Wien zwischen den Jahren 2016 und 2018 fanden 26 in Tempo-50-Zonen statt. Zwischen den Jahren 2012 und 2017 waren in Wien an 40% der tödlichen Fußgeher- und der tödlichen Radfahrerunfälle LKW und Busse beteiligt.

Was Sie als Eltern und Erwachsene tun können.

  • Üben Sie mit Kindern von klein auf das unterwegs sein in der Stadt. Zu Fuß, mit dem Rad, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Verkehrskompetenz lernt man nicht auf der Rückbank im Auto.
  • Spätestens im Sommer vor dem Schulanfang sollte der Schulweg geübt werden. Die Schulwegpläne von AUVA und MA46 sind dabei eine wertvolle Hilfe.
  • Setzen Sie sich in Ihrem Bezirk für Veränderungen ein, die für Kinder das Unterwegssein einfacher und sicherer machen. Sprechen Sie mit anderen Eltern, suchen Sie Gleichgesinnte. Nehmen Sie Kontakt auf mit Ihrer Bezirksvertretung und interessieren Sie sich für deren Bemühungen. Das ist der erste Schritt zu kooperativen Lösungen.

Hier wird man Ihnen gerne weiter helfen:

Landesverband der Elternvereine

Verein geht-doch.wien

Kuratorium für Verkehrssicherheit

AUVA

1 Kommentar

Bernhard Wagner sagte am 02.02.2019, 23:37:
Hallo Petra! Danke für Deinen wichtigen Blog und die Möglichkeit zur Kommunikation. Beim sehr bedauerlichen jüngsten Unfall im 3. Bezirk spielt meiner Meinung nach eine zu nahe am Zebrastreifen platzierte riesige Werbetafel eine wesentliche Rolle. Selbiges gilt für einen Mistkübel, der größer als ein durchschnittlich gewachsenes Volksschulkind der 3. Klasse ist. Beide Elemente nehmen den Autofahrern (Petrusgasse) die Sicht auf den Gehsteig und den Fußgängern einen stressfreien Zugang zum Schutzweg (von der Schrottgasse kommend). Ich werde das zuständige Amt auf dringliche Überprüfung dessen auffordern. Zudem ist die Grünphase der Ampel des Zebrastreifens gefühlsmäßig viel zu kurz. Im grossen Bedauern für die betroffene Familie verbleibe ich mit vielen Grüßen, Bernhard
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