Mobilitätsreport 2019: Gute Noten fürs Zu-Fuß-Gehen

Radfahren und Zu-Fuß-Gehen sind aktiver Klimaschutz. Das wissen auch die Wienerinnen und Wiener: 47 Prozent geben an, dass der Klimaschutz entscheidend für die Wahl ihrer Fortbewegung in der Stadt ist. Das ist eines der Ergebnisse des Mobilitätsreports 2019. Die Zufriedenheit beim Zu-Fuß-Gehen ist auf hohem Niveau: 82 Prozent der Wienerinnen und Wiener gehen gerne zu Fuß.

Wien ist eine Fußgängerstadt

Zu-Fuß-Gehen gehört in Wien zum Alltag. Mehr als drei Viertel (77 Prozent) der Bevölkerung legen täglich Fußwege von mehr als zehn Minuten zurück. Die Menschen in Wien sind gerne zu Fuß unterwegs, sind mit der Breite der Gehsteige zufrieden, fühlen sich sicher und betrachten Wien als Fußgängerstadt.

Auch wenn die Zufriedenheit insgesamt hoch ist, gibt es Wünsche, wie die Situation verbessert werden könnte. Besonders viele FußgängerInnen wünschen sich Gehwege, die sie nicht mit E-Scootern oder Fahrrädern teilen müssen, längere Grünphasen bei Fußgänger-Ampeln und mehr Sitzmöglichkeiten im öffentlichen Raum.

„Insbesondere in jenen Bezirken, in denen die Bevölkerung stark wächst, muss Zu-Fuß-Gehen einfacher und angenehmer gestaltet werden. Denn ohne Anstieg beim Rad- und Fußverkehr sind die Klimaziele der Stadt nicht erreichbar“, sagt Fußverkehrsbeauftragte Petra Jens.

Das Fahrrad wird immer öfter genutzt

Beim Radfahren steigt sowohl die Zufriedenheit, als auch die Bereitschaft, das Fahrrad als Verkehrsmittel zu nutzen, stetig an, zeigt der Mobilitätsreport. Zwanzig Prozent der Wienerinnen und Wiener radeln mehrmals pro Woche. Die Radfahrerinnen und Radfahrer in Wien fühlen sich sicher. Im Jahr 2012 stimmten 52 Prozent der Aussage „Ich fühle mich als Radfahrende/r in Wien sicher“ zu, im Jahr 2019 waren es 76 Prozent.

„Radinfrastruktur und Bewusstseinsbildung wirken. Die hohe Zufriedenheit mit den Radfahrbedingungen ist eine Voraussetzung für mehr Radverkehr in Wien“, so Martin Blum, Radverkehrsbeauftragter der Stadt Wien.

Sichere Wege für die Kinder

Erstmals erzählen für den Mobilitätsreport auch Eltern über die Schulwege ihrer Kinder. „Kinder in Wien sollen mehr zu Fuß gehen.“ Dieser Aussage stimmen 85 Prozent der Befragten zu. Der Schulweg ist wohl der wichtigste Weg, den Kinder zurücklegen. In den Ergebnissen zeigt sich ein klarer Zusammenhang zwischen dem Gefahrenempfinden der Eltern und dem Mobilitätsverhalten der Kinder.

Schulkinder auf dem Weg zur Schule.

„Mütter und Väter fordern sichere Geh- und Radwege für ihre Kinder, damit sie diese auch zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule schicken können“, so  Petra Jens, Fußverkehrsbeauftragte. Die Schulstraße ist eine Maßnahme, die Wien setzt, um Schulwege noch sicherer zu machen.

Radfahren wird von den Eltern als gefährlicher eingeschätzt, weshalb weniger Kinder mit dem Rad zur Schule fahren. „Hier besteht definitiv Verbesserungspotenzial. Es braucht Radwege, auf denen sich Kinder und Erwachsene gleichermaßen sicher fühlen, “ sagt Radverkehrsbeauftragter Martin Blum.

Das Programm zur Mobilitätsbildung „Die Stadt & Du“ vermittelt Volksschulkindern, wie schön es ist,  sich aktiv, sicher und klimaschonend durch die Stadt zu bewegen. Das kostenlose Angebot für Volksschulen umfasst pädagogisches Material zu den Themen Schulweg, Grätzl entdecken und Radfahren.

Mobilitätsreport 2019

Der Mobilitätsreport ist die bisher umfassendste kombinierte Befragung der Wiener Bevölkerung zum Rad- und Fußverkehr. Er basiert auf der Auswertung von 1.500 persönlichen Interviews mit Menschen, die in Wien zu Fuß und mit dem Rad unterwegs sind. Darüber hinaus wurden 950 Wienerinnen und Wiener telefonisch und online zum Radfahren und Zu-Fuß-Gehen befragt.

Durchgeführt wurde die Studie vom Markt- und Meinungsforscher Peter Hajek im Auftrag der Mobilitätsagentur.

Den Mobilitätsreport 2019 können Sie hier herunterladen:

Mobilitätsreport Wien 2019 (PDF)

2 Kommentare

Wanderer sagte am 28.02.2020, 19:11:
Ich finde auch, dass das zu Fuß Gehen in Wien sehr beliebt ist, deckt sich mit meiner Auffassung. Allerdings nicht, weil Wien so fußgängerfreundlich ist, sondern trotz dessen, dass Wien noch immer eine fußgängerfeindliche Stadt ist. Das kann man auch an den im Report aufgezeigten Wünschen erkennen. Zusätzlich sind auch noch oft lange Umwege nötig, um eine stark befahrene Straße sicher überqueren zu können (700m und mehr). Das sind für den Fußgänger ca. 10 Minuten, für einen Fahrzeuglenker wären es maximal 20 Sekunden. Dennoch werden, trotz allgemeinen Bekenntnisses zum Fußgängerverkehr, Vorschläge für Schutzwege einfach abgebügelt, vermutlich, weil die Entscheidungsträger nie weiter zu Fuß gehen, als ihr Auto lang ist.
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Klaudia Pistauer sagte am 19.03.2020, 21:30:
Was für eine verquere Idee steckt eigentlich dahinter, dass am Ring zwischen Volksgarten und Burgtheater die Streifen für Fussgänger und Radfahrer ständig wechseln ❓❓ Sowohl Fußgänger als auch Radfahrer müssten ständig auf den Boden schauen, welches nun die jeweilige Spur ist — Folge: als Fußgänger ist man überall gefährdet . Noch dazu gibt es in diesem Abschnitt 3 Spuren, Streifen.., oder wie man das nennen soll — also wäre es ganz einfach, diese zu trennen : 1 für die Fußgänger 1 für die Radfahrer Aber das ist wohl zu simpel
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